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Besser und bunter

Wie Künstler Robin Meyer zum Klimabotschafter wurde

Ein Haus kriegt Farbe: Im Rahmen des Projekts Weltbaustellen wird die Wand eines GEBAG-Eckhauses in der Innenstadt quietschbunt werden. Viel Verantwortung und zahlreiche Sprühdosen liegen dabei in der Hand eines 24-jährigen Duisburgers.

Robin Meyer stellt die Farbdosen ins Gras, setzt die Atemmaske ab und atmet tief aus. Konzentriert bemustert er das Drei-Etagen-Haus an der Ecke zwischen Mercatorstraße und Düsseldorfer Straße. Besonders die Seite zur Düsseldorfer Straße, die für die nächsten Wochen sein Arbeitsplatz sein wird. In dem Kunstprojekt stecken viel Fleißarbeit, jede Menge Vorbereitung und obendrein eine politische Aussage.

Mit Farbe gegen den Klimawandel

Die Weltbaustellen sind in erster Linie Gesprächsanlaufstellen, die Passanten und Interessierte dazu einladen sollen, sich dort zu treffen und sich mit nachhaltiger Entwicklung zu beschäftigen. Robin Meyer fokussiert sich vor allem auf das Thema Klimawandel und auf die Frage, wie Energie in Zukunft bezahlbar und für alle zugänglich sein kann: „Das Bild wird viele Seiten zum Thema Energie und Klima zeigen, das liegt mir am Herzen.“ Nach einer kurzen Pause fügt der Kommunikationsdesignstudent hinzu: „Wir werden aber schon dafür sorgen, dass die positiven Seiten überwiegen. Die Leute sollen es hier ja schließlich auch schön haben.“

Farbenfrohe Augenöffner

Die Organisation hinter den Weltbaustellen ist das „Eine Welt Netz“, das unter anderem Bildungsangebote und Mitmach-Kampagnen veranstaltet oder Jugendliche für gemeinnützige Projekte nach Asien, Afrika oder Lateinamerika entsendet. Die Weltbaustellen sind bemalte Häuserfassaden, die es bereits in zahlreichen Städten im Ruhrgebiet gibt. Und jetzt auch in Duisburg. Sie sollen darauf aufmerksam machen, in welche Richtung sich die Weltpolitik entwickelt und was getan werden kann. Sebastian van Ledden von „Eine Welt Netz NRW“:
„Eine Veränderung ist jetzt dringend notwendig. Und diese liegt nicht nur in der Verantwortung der Regierung, sondern in unser eigenen. Es geht darum, wie wir uns ernähren, was wir konsumieren, wie wir arbeiten.“

A.G. Saños (links) Heimat ist von den Folgen des Klimawandels stark betroffen. 2013 überlebte der 41-Jährige den Taifun Haiyan nur knapp.

Weltweit aktiv, in Duisburg vor Ort

Robin Meyer arbeitet nicht alleine an der Hauswand. Mit dabei ist der philippinische Künstler A.G. Saño, der schon für Organisationen wie WWF oder Greenpeace tätig war. Er und sein Duisburger Kollege fanden über den „Kultursprung e. V.“ zusammen. Der Verein ist der örtliche Kooperationspartner von „Eine Welt Netz NRW“. Die Idee war, einen jungen, lokalen Künstler und einen Künstler aus einem Entwicklungsland zusammenzubringen. Und die beiden passen gut zueinander, wie Robin Meyer beschreibt: „A.G. macht die gesamte Vorzeichnung. Er malt allerlei wildes Zeug, immer mit Wandfarbe. Mein Steckenpferd sind Schriftzüge. Und zwar mit Sprühdosen. Das lässt sich gut kombinieren.“

Besser und bunter

Während des Projekts sind Vertreter der teilnehmenden Organisationen an Infoständen vor Ort. Auch die beiden Künstler selbst freuen sich auf Gespräche mit den Duisburgern. Sie wollen sich darüber austauschen, wiejeder einzelne gegen den Klimawandel vorgehen kann. Das gemeinsame Ziel der zwei unterschiedlichen Künstler ist es, dafür zu sorgen, dass die Welt noch lange erhalten bleibt und ein bisschen besser wird. Auf jeden Fall aber sehr viel bunter.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Eine Welt Netz NRW
... ist der Initiator des Projekts Weltbaustellen und hat mit lokalen Partnern schon Wandbilder in ganz NRW realisiert.
www.eine-welt-netz-nrw.de

Kultursprung
... ist ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden und Kulturinter- essierten aus Duisburg und koordi- niert das Projekt vor Ort.
www.kultur-sprung.de

Exile Kultur Koordination
... aus Essen ist eine Non-Profit- Agentur für internationale und in- terkulturelle Kultur- und Bildungs- projekte und arbeitet eng mit „Eine Welt Netz NRW“ zusammen.
www.exile-ev.de

Informationsstelle dritte Welt
... gehört zum Evangelischen Kirchenkreis Duisburg. Über ihre Philippinenpartnerschaft kam der Kontakt zu A.G. Saño zustande.
www.infostelle-drittewelt.org

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