Die Entscheidung ist gefallen

RPW-Wettbewerb ist entschieden

Die Entscheidung ist gefallen: Am 6. April 2022 tagte die Jury für den Planungswettbewerb (RPW-Wettbewerb / Wettbewerb nach "Richtlinien für Planungswettbewerbe") für zwei Baufelder im Neubaugebiet 6-Seen-Wedau. Der Siegerentwurf stammt vom Duisburger Architekturbüro Druschke und Grosser Architektur.

Die GEBAG ist Eigentümerin der zwei Baufelder mit einer Gesamtgröße von über 15.000 Quadratmetern. Die Wohnungsbaugesellschaft möchte die Bebauung auf den Grundstücken selbst realisieren; die Gebäude werden im Bestand der GEBAG verbleiben. Es sollen insgesamt rund 150 Wohneinheiten entstehen, davon bis zu 60 Prozent öffentlich gefördert. Die Baufelder liegen im Quartier „Am Wasserturm“, das nördlichste der insgesamt vier neuen Quartiere im Baugebiet 6-Seen-Wedau. In diesem Quartier entstehen zudem ein Nahversorgungszentrum sowie eine Kindertagesstätte und eine Grundschule.

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Der Siegerentwurf

Druschke und Grosser Architektur, Duisburg

weitere Beteiligte:

  • GTL Landschaftsarchitektur, Kassel
  • Ponnie Images, Köln
  • Transsolar KlimaEngineering, Stuttgart
  • Ecoplans, Plettenberg

Die Jury zu ihrer Entscheidung:

Städtebauliche Leitidee des Entwurfskonzepts ist die Gliederung des Wettbewerbsgebiets in zwei Ensemble-Gruppen, von den Verfassern ,Nachbarschaften' genannt. Diese entstehen nördlich und südlich des querverlaufenden Fuß- und Radwegs und der mittig verlaufenden Planstraße C und verknüpfen die Baufelder miteinander. Die Setzung und die Gliederung der Baukörper zeichnet sich durch eine hohe Transparenz zum angrenzenden Park aus und unterstützt die Vernetzung und die Kommunikation zwischen den Bewohnern im Quartier.

Das Konzept zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt in der Architektursprache aus, die sich u. a. in der Erschließung und der Baukörpergliederung darstellt. Das Mobilitätskonzept ist schlüssig in den Entwurfskontext eingebunden und ergänzt die wohldurchdachte Außenraumplanung.

Das Nachhaltigkeitskonzept wird sowohl in der Zonierung des Außenraums als auch in der Orientierung der Gebäude verankert und zielt in der konstruktiven und energetischen Durcharbeitung auf eine ressourcenschonende Umsetzung ab. Die Entwicklung von kompakten Baukörpern, die gute Belichtungsverhältnisse und natürliche Lüftungsszenarien ermöglichen, wird durch eine regenerative Energieversorgung und die Schaffung von Biodiversität und Mikroklima im Außenraum ergänzt und trägt so zu einer ganzheitlichen und umfassenden Planungsidee bei.

Die Arbeit zeichnet sich durch eine hohe Vielseitigkeit im Entwurfskonzept aus, und weist eine äußerst gelungene Integration der unterschiedlichen Anforderungen an die Wettbewerbsaufgabe auf.

Der Siegerentwurf

Der Siegerentwurf sieht einen Bebauungsmix aus Punkthäusern und Zeilenbebauung vor, mit insgesamt 147 Wohn- sowie 19 Gewerbeeinheiten. Es sind unterschiedliche Wohnformen vorgesehen, beispielsweise Gruppenwohnungen für Ältere („Silver-Aging-WGs“), Co-Living-Konzepte sowie flexible Arbeitsmodelle in den Gewerbeeinheiten. Das Mobilitätskonzept folgt der Idee einer nachhaltigen und stadtverträglichen Mobilität, der Fuß- und Radverkehr werden als Leitverkehr im oberirdisch weitestgehend autofrei geplanten Quartier definiert. Der Wasserturm dient als identitätsstiftende Landmarke im Quartier, welche sich durch unterschiedliche Nutzungsqualitäten der Außenräume (Parkfläche am Wasserturm, Urban-Gardening-Bereiche, Spielflächen) auszeichnet.

Die weiteren Platzierungen

 

2. Platz: Reichel Schlaier Architekten GmbH, Stuttgart

Die Jury begründet ihre Entscheidung:

Der Entwurf zeigt eine angemessene Gliederung und Differenzierung in sechs Punkthäusern entlang des Parks sowie eine aufgelöste Riegelbebauung im rückwärtigen Bereich. Die Vernetzung zwischen Park und Quartier erfolgt über ausreichend dimensionierte Freiräume und Wege. Die Ausbildung eines Platzes im Norden, der von Norden und Osten gefasst wird, schafft einen guten Begegnungsraum im Quartier.

Die Bauweise als zweischaliger Stahlbetonmassivbau mit vorgesetzter Recycling­ Klinkerfassade stellt eine Besonderheit dar, die positiv gewürdigt wird. Die Materialwahl ermöglicht eine nachhaltige Fassadengestaltung und schafft ein einheitliches Fassadenbild im gesamten Quartier, das dem Ort angemessen ist. Gleichzeitig wird die Umsetzbarkeit der Fassade in Verbindung mit den Ansprüchen an eine energetische Bauweise kritisch diskutiert.

Insgesamt stellt die Arbeit weitgehend einen sehr guten Beitrag für die Entwicklung des Quartiers dar.

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3. Platz: mbpk Architekten und Stadtplaner GmbH, Freiburg

Die Jury:

Die vorgeschlagene Gebäudekubatur ist gut nachvollziehbar. Die vorgeschlagene Holzhybridkonstruktion auf einem Massivsockel ist zukunftsweisend, ihre Realisierungsfähigkeit jedoch stark marktabhängig. Allerdings lassen sich die gewählten Strukturen auch mit alternativen Konstruktionen realisieren.

Insgesamt würdigt das Preisgericht die städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten sowie das durchgängig attraktive Wohnungsangebot. Die Fassaden der Häuser können an einigen wenigen Stellen noch nicht ganz überzeugen.

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Anerkennung: RKW Architektur +, Düsseldorf, mit HTW Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Düsseldorf

Die Begründung der Jury:

Der Beitrag zeichnet sich durch eine hohe Qualität und eine gelungene Differenzierung von privaten, halböffentlichen und öffentlichen Freiräumen aus. Besonders überzeugend erscheint das Konzept der durch Kolonnaden vom öffentlichen Straßenraum abgesetzten, halböffentlichen Außenbereiche.

Die Gestaltung der Baukörper mit durchlaufenden horizontalen Bändern erscheint etwas streng und die Wohnungsgrundrisse sind insgesamt wenig differenziert.

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Anerkennung: ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln, mit Planergruppe Oberhausen GmbH, Essen

Die Jury zum Entwurf:

Die architektonische Idee eines modularen Bauens überzeugt auf den ersten Blick, doch hätte die Idee einen anderen Maßstab erfordert. Zu kritisieren ist, dass die nördlichen Baublöcke keinen Bezug zum nördlich angrenzenden Nahversorgungszentrum anbieten, z. B. durch gewerbliche Nutzungen im EG. Das Fehlen von klaren privaten Freiräumen, u. a. Mietergärten, wird kritisiert.

Insgesamt bietet der Entwurf aber eine konsequente, durchdachte Antwort auf die Aufgabenstellung - auch im Zusammenspiel mit der hybriden Bauweise, den recyclingfähigen Materialien und den Vorschlägen für smarte Gebäudetechnologien.

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