Wenn in Duisburg die Sonne untergeht

Ein Streifzug durch die syrische Küche

Wenn Yamen Kadour am Herd steht duftet es nach gekochtem Hähnchen, Sesam und Granatäpfeln.

19 Uhr.

Gaby Klinkenberg öffnet die Tür des Restaurant Sham und nimmt Platz am Fenster. Aus der Küche hört sie  orientalische Klänge. Es duftet nach gekochtem Hühnchen, Sesam und Granatäpfeln. Yamen Kadour steht am Herd. Der 38-Jährige brät Fleisch in der Pfanne an, während sein Kollege Mohanad Ghazal (40) den Reis kocht. Heute steht Fatet Jaj auf der Speisekarte. „Das ist eine Art Hühnchenauflauf mit geröstetem Brot“, erklärt Kadour.

Er ist der Küchenchef des Restaurants im Stadtteil Neumühl. Kadour stammt aus Damaskus und studierte dort Jura. 2015 floh er aus Syrien, weil der Bürgerkrieg in seinem Heimatland eskalierte. Kadour kam nach Duisburg und lebte zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft.

Dort lernte er Pater Tobias Breer kennen. Der Prämonstratenser wirkt als Seelsorger in Neumühl und hat dort das gemeinnützige Projekt Lebenswert gegründet. Außerdem startet er regelmäßig für karitative Zwecke bei Marathons. Der Pater fragte im Flüchtlingsheim, ob Interesse an gemeinsamen Läufen bestünde. Es gründete sich eine Gruppe. Auch Yamen Kadour war dabei.

Er erzählte bei einer Laufrunde, dass Kochen seine Leidenschaft ist. Daraufhin bot Pater Tobias dem Syrer ein Praktikum im Café „Offener Treff mit Herz“ an. Das gehört zum Projekt Lebenswert und richtet sich mit seinem Angebot in erster Linie an Bedürftige. Kadour begann das Praktikum und bekam später eine Stelle über den Bundesfreiwilligendienst. Er schnitt Fleisch, wusch Gemüse und spülte Teller. Kadour entschied sich, den Beruf des Kochs zu lernen.

Während seiner Ausbildung lud er Pater Tobias zum syrischen Essen ein. So entstand die Idee, auch Gerichte aus Kadours Heimat anzubieten. Zunächst gab es in den Räumen des Cafés alle vier Wochen ein syrisches Büffet. Seit 2017 hat es unter dem Namen Sham dreimal wöchentlich geöffnet.

Kadour ist mittlerweile der Küchenchef. Er bereitet weiterhin deutsche Gerichte für den Mittagstisch zu. „Ich mache ein gutes Jägerschnitzel“, sagt Kadour und lacht. Seine Leidenschaft gilt aber der syrischen Küche. Mit Gewürzen wie Kardamon, Koriander und Piment verfeinert er die Spezialitäten aus seinem Heimatland. Kadour isst am liebsten Kabab Hindi. Das Gericht besteht aus Rinderhackbällchen, Tomaten, Zwiebeln, syrischem Reis und Nüssen.

Mittlerweile ist es 20.30 Uhr – Zeit für den Nachtisch. Gaby Klinkenberg hat Knafeh bestellt. „War das wieder lecker“, sagt die Duisburgerin, nachdem sie die süßen Fadennudeln mit Mozzarella verspeist hat. Klinkenberg sitzt mit ihrer Arbeitskollegin Claudia Rump und deren Mann Ralf zusammen. Das Ehepaar ist zum ersten Mal im Sham. „Das Essen und der Service waren echt klasse“, sagt Ralf Rump. „Wir werden auf jeden Fall wiederkommen.“ Er plant mit seiner Frau, das Büffetangebot wahrzunehmen. „Dann können wir die unterschiedlichen Gerichte mal probieren“, sagt Ralf Rump.

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